Abstrakte Darstellung zum Projekt Prime Theaters

Prozessautomatisierung & Warenwirtschaft

Von 20 Minuten manueller Arbeit auf wenige Minuten.

Für jede Sendung mussten bereits vorhandene Daten erneut von Hand in das Speditionsportal übertragen werden. Die entwickelte Schnittstelle übergibt die benötigten Informationen heute automatisch und spielt relevante Daten zurück in die Warenwirtschaft.

Prime Theaters · Handel mit Versand per Spedition · Seit 30.07.2026 produktiv im Einsatz, seitdem in zwei Stufen ausgebaut

Vorher und nachher

  vorher nachher
Bearbeitungszeit je Sendung Vorher-Wert aus der Prozessaufnahme, Schritt für Schritt gestoppt 15 bis 25 Min. wenige Minuten
Lieferadresse manuell übertragen die Adresse reist in der Importdatei mit 3 bis 6 Min. entfällt
Doppelt gepflegte Kundenstämme die Warenwirtschaft ist die Wahrheit 2 1
Abgetippte Sendungsnummern wird aus dem Etikett gelesen, mit Prüfzifferkontrolle jede keine
Unterlagen an den Lieferanten mit Ladeliste, Etikett und Lieferschein 3 bis 5 Min. je Sendung fertige Mail auf Knopfdruck
Fehler fallen auf Prüfung in der Maske bei der Spedition vor dem Absenden

Der Umfang

Was alles dazugehörte

Prozessaufnahme zuerst

Bevor eine Zeile Code entstand, wurde der Ablauf Schritt für Schritt zerlegt und mit Zeiten hinterlegt. Erst danach war klar, welche Schritte sich überhaupt lohnen.

Zugriff auf die Warenwirtschaft

Lesend und schreibend auf die JTL-Wawi-Datenbank, damit Daten von dort kommen und Ergebnisse dorthin zurückgehen.

Erfassungsmaske

Lieferschein auswählen, Maße eintragen, fertig. Alles andere kommt aus dem System.

Importdatei für die Spedition

Erzeugt im Format, das das Portal der Spedition erwartet, inklusive kompletter Empfängeradresse.

Rückweg in die Warenwirtschaft

Die Sendungsnummer wird aus dem Etikett gelesen und zurückgeschrieben. Die Wawi setzt den Lieferschein daraufhin selbst auf versendet.

Unterlagen für den Lieferanten

Ladeliste, Etikett und Lieferschein landen als fertige Mail im Postausgang, auch noch nachträglich abrufbar.

Der Ablauf

01

Ausgangslage

Kam eine Palette vom Lieferanten, begann Handarbeit. Im Portal der Spedition einloggen, den Kunden suchen, die Lieferadresse neu anlegen, die Auftragsnummer aus der Warenwirtschaft heraussuchen, den Warenwert ermitteln, Optionen wie Avis und Hebebühne setzen, Etikett erzeugen, die Sendungsnummer zurück in die Warenwirtschaft tippen und zum Schluss die Unterlagen per Mail an den Lieferanten schicken.

Die Prozessaufnahme hat jeden dieser Schritte einzeln bewertet und kam auf 15 bis 25 Minuten pro Sendung. Bei einer Lieferanten-Mail mit fünf Aufträgen ist das gut eine Stunde stumpfe Klickarbeit, jeden Tag aufs Neue.

Das eigentliche Problem war aber nicht die Zeit, sondern die doppelte Wahrheit. Adressen standen in der Warenwirtschaft und im Speditionsportal, und beide mussten gepflegt werden. Zieht ein Kunde um, ändert sich die Adresse an einer Stelle, und niemand merkt, dass die andere veraltet ist.

Dazu die Tippfehler-Falle: Adresse, Referenznummer und die lange Sendungsnummer wurden von Hand übertragen. Ein Zahlendreher in der Sendungsnummer bedeutet, dass eine Palette unterwegs ist und im System niemand weiß, welche.

02

Zielsetzung

Die Warenwirtschaft bleibt die einzige Quelle für Adressen, Auftragsnummern und Werte. Von Hand eingegeben wird nur noch, was vorher niemand wissen kann: die Packmaße der Palette, die erst der Lieferant meldet.

Und: Fehler sollen auffallen, bevor die Daten das Haus verlassen, nicht erst, wenn die Spedition sich meldet.

03

Umsetzung

Die Maske holt sich die Arbeit selbst. Sie zeigt die offenen Speditions-Lieferscheine der letzten sechs Monate direkt aus der Warenwirtschaft, filterbar nach Firma, Auftragsnummer und Ort. Auswählen, die Maße von der Palette eintragen, fertig. Adresse, Empfänger, Referenz, Avis-Telefonnummer und Warenwert kommen automatisch mit.

Der doppelte Kundenstamm fällt weg. Die Importdatei für die Spedition enthält die komplette Empfängeradresse je Zeile. Damit entfällt das Anlegen von Adressen im Portal vollständig, und die Warenwirtschaft bleibt die einzige Wahrheit.

Geprüft wird vorher, nicht nachher. Zu lange Felder, falsche Postleitzahl-Formate, ein Ladetag in der Vergangenheit, eine fehlende Avis-Nummer, lückenhafte Einkaufspreise: All das fällt in der Maske auf, bevor die Datei bei der Spedition landet.

Die Sendungsnummer wird gelesen, nicht getippt. Sie kommt aus dem Etikett, inklusive Prüfzifferkontrolle, und wird in die Warenwirtschaft zurückgeschrieben. Die setzt den Lieferschein daraufhin selbst auf versendet und verschickt die Lieferbestätigung wie gewohnt.

Die Unterlagen entstehen mit. Ladeliste, Etikett und Lieferschein werden zu einer fertigen Mail an den Lieferanten zusammengestellt. Die letzten fünf übergebenen Sendungen bleiben abrufbar, damit der Knopf nicht genau dann weg ist, wenn man ihn braucht.

04

Ergebnis

Seit dem 30.07.2026 produktiv. Der komplette Weg vom offenen Lieferschein bis zur Lieferantenmail läuft durch, ohne dass eine Adresse zweimal erfasst wird.

Das Anlegen der Lieferadresse im Speditionsportal entfällt ersatzlos, vorher 3 bis 6 Minuten je Sendung.

Sendungsnummern werden nicht mehr abgetippt. Damit ist die häufigste und teuerste Fehlerquelle im alten Ablauf weg.

Der Ausbau lief weiter, nicht nur die Wartung. Seit dem 31.07. entstehen auch die Lieferanten-Unterlagen automatisch. Seit dem 05.08. lässt sich eine Privatkundensendung in der Maske ankreuzen, weil das im Speditionsformat einen eigenen Schlüssel braucht.

Ergebnis: weniger manuelle Eingaben, weniger Fehlerquellen und deutlich weniger Zeitaufwand pro Sendung.

Was wir nicht behaupten

Ein Teil der Kette bleibt bewusst manuell. Welcher offene Auftrag zu einer Lieferanten-Mail gehört, entscheidet ein Mensch in zwei Sekunden, denn der Lieferant nennt in seiner Mail seine eigene Nummer, nicht unsere. Ein Automatismus hätte hier Fehlerrisiko eingebaut, ohne Arbeit abzunehmen. Wir haben ihn deshalb gestrichen, obwohl er ursprünglich geplant war. Ehrliche Automatisierung hört da auf, wo sie schlechter wäre als der Handgriff. Zwei echte Fehler aus dem Betrieb, eine falsch gelesene Lieferadresse und ein Zwei-Paletten-Auftrag, der bei der Spedition zu zwei Sendungen wurde, sind aufgetreten, analysiert und behoben worden. Das gehört zur Wahrheit dazu.

Foto Michael Kurek
Michael Kurek E-Commerce, ERP & Prozessautomatisierung
Foto Dennis Broßat
Dennis Broßat IT-Infrastruktur, Datenbanken & Microsoft-Systeme

Direkte Ansprechpartner

Zwei Typen aus Dortmund, keine Ticket-Warteschlange.

Du redest von Anfang an mit den Leuten, die das Ding auch bauen. Kein Callcenter, keine Weiterreiche-Kette, kein Berater, der nach dem Kickoff nie wieder auftaucht.

Mehr über uns